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 Sabine Doht
Vorrang für Eltern bei der Job-Vergabe von F.K.
Ostthüringer Zeitung - Gera, 07.11.2007
Zitat:
Eltern sollten künftig bei der Jobvergabe einen gesetzlich festgeschriebenen Vorrang vor Mitbewerbern erhälten, die eine gleiche Qualtfikation vorweisen können.

Dies sei das wirksamste und sozial gerechteste Mittel einer demografischen Politik zur Erhöhung der Geburtenrate, sagte gestern Abend der Bielefelder Bevölkerungsforscher Prof. Herwig Birg am Rande der Veranstaltungsreihe der SPD-Landtagsfraktion "Thüringen im Wandel" in Erfurt. Aus Sicht von Birg würde der Vorrang für Eltern dem Gleichstellungsgrundsatz nicht widersprechen, da Menschen mit Elternschaft gegenwärtig ohnehin schlechter gestellt seien als jene ohne Kinder. "Die Gleichbehandlung ungleicher Lebensbedingungen verletzt das Gleichheitsprinzip."

Zugleich warnte Birg die Politik vor der Annahme, die Bevölkerungsschrumpfung als ein vorübergehendes Phänomen zu betrachten. So lange keine bestandserhaltende Geburtenrate von durchschnittlich zwei Kindern je Frau erreicht wird, werde sich die Schrumpfung fortsetzen.
Dies wiederum bedeute eine Verringerung des Wirtschaftwachstums und des sonst möglichen
Wohlstandes. Gegenwärtig gebe es keinen Stadt- und Landkreis, der eine Geburtenrate von langfristig stabilen Niveau vorweisen könne. Suhl beispielsweise habe mit 0,8 Kindern pro Frau unter den Stadt- und Landkreisen die niedrigste Kinderzahl. Nötig sei deshalb eine Politik der Reformen. Auf den Prüfstand gehörten insbesondere die Gemeindefinanzen. Langfristig hätten die Verlierer des demograuschen Wandels mit weniger Steuereinnahmen bei gleichbleibend hohen Fix-Kosten zu rechnen.

Nach Birgs Theorie werden die 13.800 Gemeinden in Deutschland allein durch die Binnenwanderüng von vier Millionen Menschen jährlich in demografische Gewinner und Verlierer gespalten. Besonders die "Verlierer-Regionen im Osten" blieben in einer demografisch-ökonomischen Abwärtsspirale. 80 Prozent der jährlichen Binnenwanderungsbewegungen seien ökonomisch bedingt. Was stattfinde, sei eine Polarisierung in Wachstums- und Wohlstandsinseln auf der einen und unter Schrumpfungsprozessen leidenden Regionen auf der anderen Seite.
Redaktioneller Hinweis