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ältesteälterezurück zur Listeneuereneueste | Filter: Kampagne=Volksbegehren für eine bessere Familienpolitik in Thüringen
 Christoph Matschie
Unnützer Juristenstreit von Hartmut Kaczmarek
Thüringische Landeszeitung - Weimar, 13.01.2007
Zitat:
Seien wir doch mal ehrlich: Uns Eltern interessieren doch die ganzen verfassungsrechtlichen Überlegungen nicht. Weder die des hochkarätigen Juristen Martin Morlok noch die von Justizminister Harald Schliemann. Wir wollen, dass die Kinder in den Thüringer Kitas gut betreut werden, dass die Elternbeiträge sich in vertretbaren Grenzen halten, dass für einen reibungslosen Übergang von der Kita in die Grundschule Vorsorge getragen wird, dass Familie und Beruf leichter vereinbar sind.
Darum geht es doch. Und nicht darum, ob möglicherweise "verfassungsjudizielle Willkür" praktiziert wurde oder aber um die "Sachzugriffsexklusivität" des Parlaments. Lasst uns doch lieber darüber streiten, wie man die Potenziale der Kinder noch besser entwickeln kann, darüber, ob und wie die Ausbildung der Erzieherinnen verbessert werden kann. Aber lasst uns doch um Gottes willen keinen ideologisierten Streit über Familienbilder austragen, darüber, ob die Landesregierung ein eher konservatives oder fortschrittliches Frauenbild vertritt. Das geht an der Lebenswirklichkeit der Menschen vorbei.

Deshalb hat Christoph Matschie mit seinem Appell, endlich zu Sachfragen zurückzukehren, völlig Recht. Steigende Elternbeiträge, die Entlassung von fast schon 500 Erzieherinnen landesweit, sinkende Qualität in den Kitas - das sind die Themen, um die es geht. Die Familienoffensive des Landes hat sicher manche Missstände beseitigt, in anderen Bereichen sind Schieflagen eingetreten. Aber sachlich kann man wohl wirklich erst wieder nach dem Spruch der Verfassungsrichter miteinander umgehen. Schade.

Redaktioneller Hinweis