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 Hans-Jürgen Döring
SPD-Bildungspolitiker Döring wirft Landesregierung Wortbruch vor: Zerschlagung der Grundschulhorte ist eigentliches Ziel der Kommunalisierung
Erfurt, 13.07.2005
„Wortbruch“ wirft Hans-Jürgen Döring, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, dem Thüringer Kultusminister Jens Goebel vor. Trotz der Beteuerungen Goebels, die geplante Kommunalisierung der Grundschulhorte werde nicht vor 2008 umgesetzt, wolle das Kultusministerium bei diesem umstrittenen Vorhaben offenbar so schnell wie möglich Fakten schaffen. Döring bezog sich bei seiner Kritik auf den am Dienstag bekannt gewordenen Gesetzentwurf der Landesregierung zum neuen Kinderförderungsgesetz, das am 1.1.2006 in Kraft treten soll. In § 2 Absatz 3 dieses Entwurfs heiße es, der Anspruch auf Kindertagesbetreuung "gilt als erfüllt, wenn ein Platz in einer für das Kind zumutbar erreichbaren Tageseinrichtung für Kinder angeboten wird. Dabei kann die Betreuung von Schülern der Grundschule auch in Horten an Schulen nach § 10 des Thüringer Schulgesetzes erfolgen."

„Mit dieser wachsweichen Formulierung wird der Thüringer Grundschulhort in seiner jetzigen Form vom Regelangebot zum Ausnahmefall degradiert“, sagte Döring. Laut Gesetzentwurf genüge es künftig vollkommen, wenn ein Hortplatz an irgendeiner anderen "zumutbar erreichbaren" Kita-Einrichtung vorhanden sei. Damit werde die bisherige räumliche Verzahnung der Grundschulhorte mit ihren Schulen aufgegeben, was sich zwangsläufig auch auf die pädagogisch-inhaltliche Hortarbeit auswirke. „Grundschule und Schulhort werden dann nicht länger eine pädagogische Einheit bilden, die bisherige enge Integration der Horterzieherinnen in den Schulalltag wird es nicht mehr geben“, prophezeite der Bildungsexperte. So werde erneut klar, dass die Landesregierung mit ihren Kommunalisierungsplänen nichts anderes bezwecke als die Zerschlagung des Thüringer Grundschulhorts. Döring forderte daher Horterzieher, Lehrer, Eltern und Kommunen auf, ihren Widerstand gegen das Hortvorhaben weiter zu intensivieren. Nur so lasse sich die offenbar unbelehrbare Landesregierung noch aufhalten.

Franzisca Friedrich
Pressereferentin