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 Christoph Matschie
Matschie: Landesregierung sieht Bildung als bloßen Kostenfaktor – Harsche Kritik an Konzept „Bildung und Betreuung von 2 bis 16“
Erfurt, 25.01.2005
Die geplante Abschiebung der Schuljugendarbeit und der Grundschulhorte auf die kommunale Ebene durch die Landesregierung kritisiert SPD-Fraktionsvorsitzender Christoph Matschie nach der heutigen Vorstellung des so genannten Konzeptes „Bildung und Betreuung von 2 bis 16“. Angesichts der geplanten Kürzungen im Umfang von 200 Millionen Euro bei den Kommunen sei es unverantwortlich, ihnen diese umfangreichen Aufgaben ohne eine genaue Analyse ihrer finanziellen Möglichkeiten aufzubürden. Zudem verdiene das heute von Ministerpräsident Althaus und Kultusminister Goebel vorgestellte Papier den Namen Konzept nicht: „Von Verbesserungen der Bildungs- und Betreuungsqualität kann keine Rede sein“, so der SPD-Politiker.

Laut Matschie ist das Konzept unter anderem eine klare Absage an die immer wieder geforderte Aufwertung der Ausbildung von Erziehern für Kindertagesstätten. Dass davon keine Rede mehr sei, stehe im krassen Widerspruch zu den Festlegungen der Enquetekommission „Erziehung und Bildung in Thüringen“.
Mit der geplanten Kommunalisierung der Grundschulhorte werde - wie von der SPD befürchtet - zudem die bewährte pädagogische Einheit von Schule und Schulhort zerschlagen. Offensichtlich sei nun auch, dass sich das Land schrittweise aus der Finanzierung des nachmittäglichen Hortangebotes zurückziehen werde, wolle die Regierung doch den künftigen Haushaltsansatz für die Hortstrukturen „flexibel an die Gegebenheiten anpassen“. Keine Rede mehr sei von einem gemeinsamen pädagogischen Konzept der Grundschulhorte: Vokabeln wie „gute Kooperation“ und „räumliche und inhaltliche Nähe zur Grundschule“ ließen zahlreiche Interpretationsmöglichkeiten zu.
Matschie warnte vor den Folgen, falls das Konzept in die Tat umgesetzt werde: „Zerstörungen in solch einem Umfang können kaum wieder repariert werden.“

Franzisca Friedrich
Pressereferentin